Astrologische Materialien

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Zum rechten Verständnis

"Die Philosophie und also auch die wahre Astrologie ist ein Zeugnis von Gottes Werken und also ein heilig und gar nicht leichtfertig Ding. Diese will ich meines Teils nicht verunehren." (Johannes Kepler, 1625)

Johannes Kepler (1571-1630) war ein Mann der Wissenschaft und tiefgläubiger Christ. Beides stand für ihn in überhaupt keinem Widerspruch zur Astrologie, mit der er sich sein Leben lang intensiv beschäftigte.

Astrologie ist keine Wissenschaft - auch keine potentielle, keine Kandidatin für eine noch zu validierende Wissenschaft - sie ist aber auch keine Religion. Astrologie ist eine Übung in der Kunst, die hintergründige Zeichenhaftigkeit der Welt zu erahnen. Die darin enthaltene Anschauung, dass der Mensch sich nicht restlos seines Lebens bemächtigen kann, dass sein Handeln aus freiem Entschluss zugleich in Kreise eingefügt ist, die sein bewusstes Planen und Wollen überschreiten, macht die Astrologie der Religion verwandt. Im Unterschied zur Religion macht sie aber keine transzendenten Letztaussagen über Gott und den Menschen. Was sie zu sagen hat, ist "nicht zum Heile notwendig": sie trifft Aussagen über innerweltliche Beziehungszusammenhänge, auch wenn diese bereits jenseits des Wissenschaftlichen, des Systematisierbaren und empirisch-statistisch Nachprüfbaren liegen. Ein gläubiger Mensch kann sie als (vorgebliches oder echtes) Zeugnis eines geheimnisvollen inneren Weltzusammenhangs stehen lassen. Astrologie ersetzt keine Religion, auch wenn altorientalische Astralkulte an ihrer Wiege standen.

Bis ins 17. Jahrhundert war die Astrologie ein fester Bestandteil unserer Kultur - der Kunst, der Wissenschaft und der Religion. Unsere Begriffe von der Welt, unsere Art, in Analogien zu denken und Assoziationen zu bilden, unsere Sprache, unser Denken - all dies ist geistesgeschichtlich zutiefst mit der Astrologie verwachsen. Auch ist die Sprache der planetaren und zodiakalen Symbole von einer genialen Einfachheit und Tiefe zugleich.

astrotexte.ch will das Interesse an der Astrologie lebendig halten - durch vertiefende und informierende Texte zu ihrer Geschichte wie auch zur Deutungspraxis. Darüberhinaus will astrotexte.ch mit Onlineprogrammen Interessierten ermöglichen, in einzelne Themenbereiche der Astrologie (wie etwa die Astrogeographie oder die Direktionslehre) tiefer einzusteigen.

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